Hof-Berichterstattung

aus der Schulze-Delitzsch-Straße,
Leipzig-Neustadt

L-Nst_SDS-14

… vorweg gesagt: es geht hier nicht um höhere Sphären und glänzende Hof-Berichte, sondern mehr um bodenständige, ganz weit unten angesiedelte Hof-Geschichten aus der Zeit des realen Sozialismus in der DDR. Den Zustand der Wohnhäuser kann man rechts im Bildausschnitt erahnen.
Die Geschichte beginnt am Gründonnerstag des Jahres 1976, am 15. April. Da sind wir als junge 23jährige Hochschulabsolventen mit unserem gerade geborenen Sohn von einer Abbruch-Wohnung in der Neuschönefelder Melchiorstraße in eine kleine Mansarden-Wohnung in der Neustädter Schulze-Delitzsch-Straße 16 (4. Etage rechts) umgesiedelt worden. Eine Wahl hatten wir nicht; es gab in der DDR keinen freien Wohnungsmarkt und wir hatten nicht die ,,richtigen“ Beziehungen nach Oben.
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alte Brandkataster-Schilder, ein Überblick

Schaut nach den Schildern, solang es sie noch gibt …

OT.Nst-Nsf. Im heutigen Leipziger Ortsteil von Neustadt-Neuschönefeld (L-NN) habe ich noch einige der alten blauen Brandkataster-Schilder entdeckt:

21 Emaille-Schilder in Blau mit weißer Schrift,
ein Emaille-Schild sogar in Weiß mit schwarzer Schrift.

Meistens befinden sie sich an unsanierten Hauseingängen, oft verschwinden die historisch interessanten Schilder bei der Sanierung – aus meiner Sicht eine vergebene Chance !!!
Bei den 700 Häusern im Ortsteil entspricht das aktuell einem Rest-Anteil von nur noch etwa 3 % mit den alten Schildern. Weiterlesen

Akten-Einsichten (Neustadt 2)

GRProtokolle_1885dGeschäftsbericht Neustadt bei Leipzig zum Jahr 1885

Neustadt bei Leipzig war ganze neun Jahre (von 1881 bis 1889) eine selbständige Gemeinde und hat als solche natürlich auch interessante jährliche Geschäftsberichte der Gemeindeverwaltung verfasst und herausgegeben. Die Geschäftsberichte liegen heute im Stadtarchiv Leipzig vor und wurden damals zum Teil auch im Reudnitzer Tageblatt, als Amtsblatt der Gemeindevorstände und Gemeinderäte zu Reudnitz, Neustadt, Anger-Crottendorf und Neusellerhausen (allerdings in deutscher Fraktur, siehe rechts) abgedruckt.
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Silvester in L.-Neustadt, 1980

… schöne Silvester-Aussichten vor 35 Jahren in Leipzig-Neustadt

1980_01In der Schulze-Delitzsch-Straße 16 wohnten wir damals in einer kleinen und engen 24 m² Mansarden-Wohnung direkt unterm Dach.
So unterm Dach war es im Sommer manchmal kaum auszuhalten: da hatten wir oft mehrere Tage und Nächte Temperaturen von über 30° C in der Wohnung. Naja und im Winter, wenn es wie im Winter 78/79 richtig knackig kalt draußen war, dann funkelten an der Zimmerdecke die Eiskristalle von der gefrorenen Atemluft.
Aber, wir hatten bei Sonnenschein, zum Somnenuntergang und bei Gewitter einen interessanten Ausblick über die Dächer (und Antennenwälder) Leipzigs – oder am Silvestertag
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Eisenbahnstraße, 1925 vs. 2015

… vor 90 Jahren in Leipzig-Neustadt

eisenbahnstr.1925dIm Jahr 1986 habe ich von einem guten Bekannten, der in der damaligen Ernst-Thälmann-Straße gewohnt hatte, eine alte Postkarte zum Kopieren erhalten.
Die Qualität des Ausgangsmaterials als gelaufene Postkarte war nicht sooo toll, auch die (fast) händische Beschriftung „Leipzig, Eisenbahnstr.“ fühlt sich mehr nach Amateur an.
Einen von mir handschriftlich mit Anmerkungen versehenen Abzug hatte ich 1987 im Stadtarchiv gegen die Nennung der Aktenbezeichnungen mit den Bauunterlagen der Kreuz-Kirche, L.-Neustadt eingetauscht. Weiterlesen

Spitzenbild aus Alt-Reudnitz

Panorama_R-T2Heute mal ein Blick auf eine sehr interessanten, sonst wenig beachteten Straßenabschnitt im Leipziger Osten.  Es handelt es sich dabei um einen Blick auf das Haus Kapellenstraße Nr. 22 und damit auf die alte Ortslage von Reudnitz/ Tietschendorf, das heute (genauer: seit März 1992) zum Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld gehört, siehe auch Artikel ,,unbekanntes Reudnitz„.

Zum Foto: links der Blick in die Dresdner Straße mit dem ehemaligen (hellen) Verwaltungsgebäude vom Reudnitzer Straßenbahnhof, rechts der Blick in die Kapellenstraße.
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Die Leipziger Eisenbahnstraße

Bahnübergang an der Eisenbahnstraße, um 1850

Bahnübergang Eisenbahnstraße,
Schönefelder Weg um 1850

[Im Neustädter Markt Journal, Heft 6 (Februar 1992) auf Seite 10 ff. erschienen.  Mit Ergänzungen vom August 2015.]

Die Leipziger Eisenbahnstraße (zeitweise Ernst-Thälmann-Straße) entstand vor etwa 180 Jahren mit dem Bau der ersten deutschen Ferneisenbahnlinie von Leipzig nach Dresden, unmittelbar neben dieser Strecke im Osten von Leipzig.
Stadtauswärts, etwa im Bereich der linken Straßenseite und des linken Fußwegs der heutigen Straße, fuhren bereits 1837 die ersten Züge von Leipzig nach Althen.

Auf Grund dieser Vorgeschichte verläuft die heute etwa 2,5 km langen Eisenbahnstraße fast schnurgerade und auf sehr ebenen [Bahn-]Niveau. Von Bahndämmen und Einschnitten wie auf dem Bild ist allerdings nichts mehr zu sehen.
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Leipzig, Baustelle Ernst-Thälmann-Straße, 1990

Baust.EThStr_1990Zum Ende der DDR waren Straßenzustand und Bahnschienen auf der Ernst-Thälmann-Straße im Leipziger Osten total marode,  weil kaum noch Mittel für Erhalt oder gar Erneuerung verfügbar waren (zumindest nicht in Leipzig). Das haben wir auch von unserer Wohnung in der Neustädter Straße aus gespürt. Tagsüber ratterten damals die Tatra-Bahnen der Linien 2, 13, 17, 27, 33 und 37 im 2 bis 3 minütigem Abstand  vorbei. Da unser Schlafzimmer keine Doppelfenster hatte, wurden wir  bereits in früher Stunde von den ersten Bahnen wach gerüttelt – zum Glück fuhren da die Bahnen seltener …
Im Frühjahr 1990 war die Sanierung des vorderen Teiles der Ernst-Thälmann-Straße eins der vordringlichsten Straßenbau-Projekte in Leipzig: im Abschnitt zwischen Listplatz und Hermann-Liebmann-Straße wurden auf 800 m Straße und Schienen aufwendig saniert. Wenn man auf das Verkehrszeichen-Bild (rechts) klickt, dann kann man einen Straßenblick vom Mai 1990 sehen.

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Neustadt im Juli 2015, Kunstfest + 25 Jahre Bürgerverein

L_Kunstfest-c12Am 8. Juli habe ich bei sonnigem Wetter wieder mal unsere alte Wohngegend am Neustädter Markt besucht.
Anlass waren zwei freundliche Einladungen: eine vom Herrn Hufenreuter zur Feier des 25jährigen Bestehens des Bürgervereins Neustädter Markt e.V. und die zweite von Kunstpädagogik-Studentinnen zu ihren (auch mit mir besprochenen) Präsentationen ich sehe ich höre und den Wintergarten-Lichtspielen im Rahmen des Kunstfestes Neustadt 2015.

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ich sehe ich höre – Neustadt, Juli 2015

l-nst_osm_2015-kfich sehe ich höre – Spaziergang durch Erinnerungen der Neustadt
Projekt im Rahmen des Kunstfests Neustadt von Studentinnen des Instituts für Kunstpädagogik Leipzig


Am Montag, den 15. Juni 2015 habe ich mich mit drei netten jungen Studentinnen (Juliane Trinks/Klara Binnewitt/Martha Kiesow) am Bayerischen Platz bei einem Kaffee-Plausch zum Thema ,,ich sehe ich höre“ getroffen – vielen Dank übrigens für den Kaffee und das erklärende Flugblatt.
Geplant ist dazu ein Neustädter Spaziergang, ausgehend vom ,,Haus 27″ in der Schulze-Delitzsch-Straße, am Markt vorbei in Richtung Neustädter Straße und weiter über die Eisenbahnstraße und Hedwigstraße zurück …
Das klingt sehr interessant – wer dazu mehr erfahren möchte, der kann ja im Zeitraum vom 4. bis 12. Juli zum Neustädter Markt kommen und einfach mitmachen.
Auf dieser Route würden mir schon paar historische Bezüge einfallen.
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