ein Tag im Juni 1953

Leipzig, 17. Juni vor 65 Jahren

Im Nachlass meines Vaters habe ich einen Agfa Schwarz/Weiß-Rollfilm mit der Nummer 41 und interessanten Leipziger Negativen gefunden. Weil mein Vater  jedes Bild einzeln in einem Filmbuch eingetragen hat, wird schnell klar, dass da auch fünf Bilder vom 17. Juni 1953 mit dabei sind. Was auf diesen Bildern zu sehen ist und warum hier nebenstehend ein SED-Parteiabzeichen abgelegt worden ist, davon soll dieser Beitrag handeln. Weiterlesen

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Stadtexpedition nach Süd-Reudnitz 1978 vs. 2016

Reudnitzer Ermittlungen …

L.-Reudnitz, auf der Stötteritzer Straße, 31.12.1978

L.-Reudnitz, auf der Stötteritzer Straße,
am 31.12.1978

Die Stadtteilexpeditionen, initiiert von Diana Wesser & Antje Rademacker sind interessant und empfehlenswert: die nächste findet übrigens aktuell unter dem Thema ,,Lenes Nachbarn – die andere Seite von Reudnitz“ in der Zeit vom 23.–30. April 2016 statt.  [siehe auch Text unten, unter Anmerkung].
Dazu hab ich hier einen kleinen Beitrag.

Im Artikel ,,Blizzard über Deutschland im Winter ’78/’79“ hatte ich über einen Silvesterbesuch geschrieben:
,,Für Silvester haben wir eine erweiterte Familienfeier bei Freunden in Reudnitz verabredet.“
Das möchte ich an dieser Stelle (und nach 37 Jahren) mit neuen Quellen nachrecherchieren. Weiterlesen

Weihnachts-Nachlese, 2015

… über ein Messeabenteuer aus dem Jahr 1999

1999_TitelMit 8 oder 9 Jahren habe ich zum Geburtstag ein kleines Taschenbuch aus dem Kinderbuchverlag Berlin bekommen, das von einem abenteuerlichen Besuch auf der Leipziger Messe im Jahr 1999 handelte. Ich fand das Buch damals sehr unterhaltsam, auch ein paar Illustrationen von einem meiner Lieblingszeichner Erich Schmitt waren mit drauf und drin. Irgendwann in der 1960er Jahren ist das Buch dann verschwunden – wie auch immer.
Kurz vor der Jahrtausendwende habe ich mich nochmals an diese Geschichte erinnert und mich gefragt, was denn nun im Jahr 1999 Realität geworden ist. Aber, leider war das Buch nirgends zu bekommen.
Aber, große Überraschung …       🙂    😉

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α und Ω vor 25 Jahren im FML

FML_1990_03… oder das Ende und der Neuanfang
mit der Kommunikationstechnik in Leipzig

Mit dem Fernmeldewerk Leipzig ging es vor 25 Jahren dem Ende entgegen (Omega als Synonym für das Ende im lateinischen Alphabet). Nur ein relativ kleiner Kernbereich der Kommunikationstechnik konnte die Wende in den Jahren 1989/90 überdauern und die Basis für eine Weiterentwicklung bis heute bilden (Alpha – der Neuanfang).
Damals gab es nicht nur bei der Postanschrift (Postlaufzeit Anfang Oktober 1990)  Irritationen auf beiden Seiten …
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Montagsdemo, 23. Oktober ’89

Das ist unsere Wende!

Montagsdemo, am 23. Oktober 1989

L-KMPl_Panorama_Okt.89An diesem Montagabend findet auf dem Leipziger Ring die größte Protestkundgebung in der Geschichte der DDR statt. Daran nehmen etwa 300.000 Menschen aus dem ganzen Land teil.
Der Zug formiert sich nach Friedensgebeten in sechs Kirchen. Unter Rufen ,,Wir sind das Volk“ und ,,Keine Gewalt“ ziehen die Demonstranten in dichten Reihen auf den Ring um das Stadtzentrum. Sie fordern freie Wahlen, warnen vor neuen Machtkonzentrationen und vor Wendehälsen … Weiterlesen

Eine Dienstreise nach BUNA

Chemie gibt Brot, Wohlstand und Schönheit

artikel-08Das Chemieprogramm der DDR sollte ursprünglich ab den 1960er Jahren die DDR-Wirtschaft stabilisieren und von Importen aus dem nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) unabhängig machen. Zunehmend mußte aber der teure Import-Rohstoff Erdöl immer mehr durch die einheimische Braunkohle ersetzt werden. Das führte vor allem im Raum Halle/Leipzig zu immer größeren Umweltbelastungen und -zerstörungen. In Leipzig konnten wir in den 1980er Jahren die Windrichtung allein am Gestank der Chemieschwaden ausmachen. Bei West-Wind roch es z.B. intensiv nach Kaffeesatz – das kam aus der Richtung der BUNA-Werke bei Schkopau. Bei einer Dienstreise im Januar 1983 nach BUNA zu ,,Elaste und Plaste aus Schkopau“ hatte ich meine Exa 1a-Kamera (in der Tasche) dabei und hab versucht die Zustände vor Ort zu dokumentieren …

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Montagsdemo, 16. Oktober ’89 – Tapetenwechsel

Wir fordern einen Tapetenwechsel!

Montag, am 16.10.1989

LE_Birke-02Am Morgen wird im Radio auf ,,Sender Leipzig“ das Knef-Chanson vom ,,Tapetenwechsel“ gespielt. Das ist schon kühn von den Radiomachern und eine provokative Aufforderung sich in der Dämmerung in Leipzig auf den Weg zu machen.
Im Text heißt es:
Ich brauch‘ Tapetenwechsel sprach die Birke
Und macht‘ sich in der Dämmerung auf den Weg
Ich brauche frischen Wind um meine Krone
Ich will nicht mehr in Reih und Glied
In eurem Haine stehen, die gleiche Wiese sehen
Die Sonne links am Morgen, abends rechts.
(Hildegard Knef, 1970)
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Filmriss an der Hildegardstraße, Juni 1984

Filmriss an der Hildegardstraße, Juni 1984
oder
,,Wer sind Ihre Auftraggeber?“

L.-Volkmarsdorf, Hildegardstraße, Februar 2015

L.-Volkmarsdorf, Hildegardstraße, Februar 2015

Geht man heute im Leipziger Osten durch das Neubaugebiet zwischen Hermann-Liebmann-Straße und dem Volkmarsdorfer Markt, dann guckt man an der Hildegardstraße verwundert: ,,Wo soll hier ein Haus mit der Nummer 3 gestanden haben?“ Wie man auf dem nebenstehenden Bild sieht – da ist offenbar auf der linken Seite hier nichts bebaut.
Aber, das war nicht immer so gewesen …
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Winter-Kapriolen, Teil 1: 1978/79

 Blizzard über Deutschland im Winter ’78/’79

L.-Reudnitz, auf der Stötteritzer Straße, 31.12.1978

L.-Reudnitz, auf der Stötteritzer Straße, 31.12.1978

Ende Dezember 1978 hatte Mitteleuropa unter einem dramatischen Kälteeinbruch zu leiden: innerhalb weniger Stunden sanken die Temperaturen auch in Leipzig von etwa + 10 auf – 18 °C.
Was dann wirklich über das Land mit starkem Schneefall und Kälte mit bis dahin unvorstellbarer Wucht hereinbrach, hatte man bis dahin nur über arktische Blizzards gelesen.
Da war der Schlitten manchmal das einzigste zuverlässige Verkehrsmittel um in Leipzig von A nach B zu gelangen, siehe Bild rechts.
In der DDR brach über Silvester die Energieversorgung für zwei Tage komplett zusammen. Das war auch bei uns in Leipzig-Neustadt so, aber wir hatten wenigstens noch Kohlen im Keller und konnten unsere Öfen heizen, in den Leipziger Neubaugebieten sah es da nicht so gut aus.

Für meinen kleinen Bericht habe ich folgendes Material verwendet: s/w-Bilder aus meinem Filmarchiv, ein aus Wetterzentrale.de erstelltes Wetterdiagramm, selbst erlebte Geschichten und verschiedene historische Zeitungsausschnitte von einem extremen Winter in Leipzig …

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Winter-Kapriolen, Teil 2: 1987

L.-Neustadt,  ,,weiße Weihnachten" 1986

L.-Neustadt, es schneit im Hinterhof
an der Thälmann-Straße, 23.12.1986

Winter-Kapriolen (2): Januar 1987

Anfangs sah das im Dezember 1986 ja ganz prima aus – der Blick aus dem Kinderzimmer-Fenster am 23. Dezember zeigte: leise rieselt der Schnee …
Auch im Hinterhof an der Ernst-Thälmann-Straße wurde es bei leichtem Frost langsam weiß und wir hatten hier in Leipzig dann am 24. mit etwa 10 cm Neuschnee ,,weiße Weihnachten“.

Die weiße  Pracht reichten leider nur knapp über die Weihnachts-Feiertage und pünktlich ab dem 27. Dezember hatten schon wieder Tauwetter mit Temperaturen knapp über Null Grad und mit Regen bis über den Jahreswechsel.

Es schien eine kurze Winter-Episode gewesen zu sein und das ist ja in unseren mitteleuropäischen Breitengraden häufig der Fall, oder ? Weiterlesen