Sonnenbahnen – 3

20160620_160431Solargrafie – 182 Tage Belichtung

Zur Wintersonnenwende hatte ich das Projekt Sonnenbahnen, Teil 3 gestartet. Ziel war es diesmal, mit den Lochkameras Nr. 4 und 5, trotz Frost und Feuchte den Termin der Sommersonnenwende am 21. Juni 2016 unbeschadet zu erreichen.  Vielleicht gibt’s auch gut erkennbare Abbildungen vom halbjährlichen Auf und Ab der Sonne …?

Startbedingungen:
Beim Start am 22. Dezember 2015 (WSW – Wintersonnenwende) habe ich die vorhandene kleinere
Lochkamera Nr. 4 (zweiter Versuch, oben rechts im Bild): Weißblech-Filmdose, Fotopapier 40 x 90 mm², Lochdurchmesser ~ 0,3 mm
und eine neue
Lochkamera Nr. 5: Bierdose (0,5 l vorher ausgetrunken 😉 ), Fotopapier 60 x 120 mm², Lochdurchmesser ~ 0,3 mm
auf unsem Fensterbrett mit dem Kamera-Loch in Richtung SSO (etwa Süden) positioniert und mit doppelseitiger Poster-Klebepads fixiert – na dann, ,,Gut Licht!“

,,Aufnahme“-Ereignisse:
Die Positionierung der Lochkameras war über die gesamte Aufnahmedauer stabil, selbst das zur zusätzlichen Lagesicherung angebrachte gelbe Textil-Klebeband war noch flexibel und nicht brüchig geworden.
Soh.WHJ16Mal kurz in die Klimatabellen geschaut, sehe ich keine großen Ausschläge während der 182 tägigen Aufnahmedauer. Wichtig für die Solargrafie sind natürlich die Sonnenstunden. Die habe ich über die Archiv-Funktion bei wetter-online ausgewertet. Im Aufnahmezeitraum gab es Häufungen von Anfang bis Mitte Mai und Anfang Juni dieses Jahres. Der Lochkamera-Standort war keinem Hagelschlag, in diesem Winter nur wenig Schnee und mäßigem Frost (Ende Januar 8 cm Schnee und minimale Temperatur von -8 bis -12 Grad) ausgesetzt – Überflutungen gab es auch keine  😉

Ergebnisse:
Am 20. Juni 2016 (SSW – Sommersonnenwende) habe ich die Dosen geöffnet und die beiden Papierbilder mit den charakteristischen Sonnenbahnen-Streifen entnommen. Die Dosen hatten keinen Rost angesetzt und auch Feuchtigkeitsschäden waren auf dem Fotopapier nicht zu erkennen. Anschließend habe ich mein Reprogestell aufgebaut und die Sony A57 mit dem 50 mm Marko-Objektiv angeschlossen.
Die beiden Bilder und deren Erklärung hier nachstehend:
obere Bilder links: das Original-Fotopapierbild von Lochkamera Nr. 4 – natürlich kopfstehend und seitenverkehrt und
rechts: der Blick von Leipzig Zentrum-Südost in Richtung Russischer Kirche, Völkerschlacht-Denkmal und DB-Bücherturm

LK4_Bild11.roh Solargrafie-LE-SSO
LK5_03.sr.neg.sw LK4_11.sr.neg

untere Bilder, links von Lochkamera Nr. 5, das Negativ in Grauwert-Wiedergabe (den Bücherturm der DB kann man als Grauwert gerade noch so erkennen) und
rechts: das Colorbild von Lochkamera Nr. 4 beim Vergrößern der Aufnahme mit einer Skizze des lagerichtigen Bildes und Erläuterungen – unten an der Horizontlinie in etwa die Himmelsrichtung beim Sonnenaufgang und zur Orientierung die erkennbaren Gebäudeumrisse Ru. Ki (Russische Kirche), Vö. D. (Völkerschlachtdenkmal), DNB (Bücherturm der Deutsche Bücherei).Die breiteren Sonnenbahnen-Streifen stammen offenbar von den sonnigen Tagen Anfang Mai und Juni.

  1. Die Sonnenbahnen sehen in der Farbdarstellung gelb bis orange aus – das ist Zufall. Ich hatte natürlich Schwarz-Weiß-Fotopapier für die Dauerbelichtung verwendet. Es findet bei dem Langzeitbelichten aber keine echte Schwärzung auf dem Fotopapier statt. Die fotoempfindliche Schicht nimmt bei der intensiven Belichtung durch die Sonne einen leicht bläulichen Farbton an, der als Negativ in Gelbtönen wiedergegeben wird.
  2. Die Wiedergabe fotografischer Details war diesmal nicht so gut. Das kann mit dem unterschiedlichen Durchmesser der für die Lochkameras verwendeten Dosen zusammenhängen. Da der Lochdurchmesser mit etwa 0,3 mm immer konstant war, könnte die unterschiedliche Abbildungsweite (zwischen Loch bis zum Fotopapier an der  Dosenwand) die Schärfe der Abbildung beeinflusst haben. Darüber könnte ich mal nachdenken …

p.s.: wer will kann ja hier nochmals zu den ersten und den zweiten Versuchen gucken.

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