in memoriam Kurt Masur

VischlKurt Masur, wir und das Gewandhaus zu Leipzig

Kurt Masur ist gestern mit 88 Jahren verstorben (*18.07.1927, +19.12.2015).

Er wird uns als Dirigent des Gewandhausorchesters und mit dem Gewandhaus zu Leipzig immer in Erinnerung bleiben.

Im BLOG wortblende wurde bereits über den Baubeginn des (dritten) Gewandhauses mit der Grundsteinlegung im Jahr 1977 und dem Richtfest am 29. Dezember 1978 berichtet – hier und jetzt noch ein paar Worte und Bilder zur Einweihung des Gewandhauses am Donnerstag, den 8. Oktober 1981.

An diesem Donnerstag Nachmittag war die feierliche Eröffnung des neuen Gewandhauses in Leipzig angekündigt worden. Das war einer der wenigen Tage in der DDR-Geschichte, an dem die Menschen freiwillig und in Scharen zu einem Großereignis auf den Karl-Marx-Platz (heute wieder Augustusplatz) zusammen gekommen sind. Als Student hatte ich unseren Sohn Oliver (2 1/2) bereits zeitig aus der Kindereinrichtung in Reudnitz abgeholt und bin mit ihm und der Exakta Varex-Kamera gegen 1/2 3 Uhr mit der Straßenbahn (Linie 13) zum Karl-Marx-Platz gefahren.

Dort war der Platz bereits voller Menschen und ein Durchkommen in Richtung Rednertribüne vorm Gewandhaus war fast unmöglich. Laut Zeitungsmeldung sollen an diesem Tag etwa 110.000 Leipziger auf dem Platz gestanden haben.

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Also, Kamera umgehängt, Sohn auf die Schultern gesetzt haben wir uns Schritt für Schritt – Ellenbogen für Ellenbogen langsam nach vorn gedrängelt …  😉   Vorbei an verdächtig kritisch blickenden Herren im grauen Trenchcoat haben wir’s bis auf 30 Meter an die Tribüne heran geschafft. Inzwischen, so gegen 3 Uhr, hatte auch der offizielle Teil begonnen und den konnten wir aus nächster Nähe miterleben.

Auf der Tribüne waren die Offiziellen aufmarschiert: Erich Honecker mit der Delegation aus der Hauptstadt, Leipziger Funktionäre, die Bauschaffenden und eine kleine Abordnung vom Gewandhaus mit Kurt Masur. Das dritte Gewandhaus war schließlich der einzige Konzerthausneubau der DDR und die Initiative zu seiner Errichtung ging unbestritten von Kurt Masur aus.

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Auf dem rechten Bild ist die versammelte DDR-Elite auf der Tribüne zu sehen: vordere Reihe links außen Bauminister der DDR Wolfgang Junker, 3. von links Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, 5. von links Politbüromitglied Hermann Axen, daneben der Vorsitzende des DDR-Ministerrats Willi Stoph und in Rednerpose Staatschef Erich Honecker. Daneben steht, leicht angeschnitten der Bau-Obermeister Manfred Friedrich, der anschließend den symbolischen Schlüssel zum Gewandhaus an Kurt Masur übergeben hat.

Anmerkung: nein, liebe Alt-Bundesbürger, das Gewandhaus wurde nicht nach der Wende erbaut. So ein selten rechtwinkliges Gebäude konnte auch schon zu DDR-Zeiten entworfen, mit einigen Schwierigkeiten kreativ umgesetzt und schließlich nach vierjähriger Bauzeit auch eröffnet werden!

aufgenommen mit: Exakta Varex VX, Lydith 30 mm / 3,5 auf Sw-Film ORWO NP20

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3 Gedanken zu “in memoriam Kurt Masur

  1. Ruhe in Frieden und mein Beileid für die Angehörigen!
    Danke für die Bilder.
    Frage:
    Weißt Du(zufällig), was das da für eine Esse auf dem 2. Bild ist? Gelände Eilenburger Bahnhof?

    Gefällt mir

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