Marie & Bruno in Gohlis II (1895-96)

… Gohlis zum Zweiten!

M+BS_03_2Im Jahr 1895 sind meine Urgroßeltern Marie (29) und Bruno Stein (30) mit ihren drei Kindern Gerhard (7), Margarethe (3) und Walther (2)  innerhalb von Gohlis von der damaligen Turnerstraße (heute: Pölitzstraße) in eine Doppelwohnung in die Blumenstraße Nr. 126, ein Eckhaus an der Georgstraße, umgezogen. Dort haben sie in der II. Etage gewohnt.

Ein Eckhaus mit den alten Straßen-Bezeichnungen Blumenstraße / Ecke Georgstraße wird man heute vergeblich auf einem Leipziger Stadtplan suchen: es handelt sich um das Haus der heutigen Elsbethstraße 34 an der Ecke Natonekstraße.
Das ist etwa fünf Minuten von der ersten Wohnung in der Pölitzstraße entfernt.

Stadtplan.1903_Gohlis-02mBei einer Doppelwohnung sind zwei Teil-Wohnungen mit einem gemeinsamen Flur verbunden. Margarethe Stein schrieb später darüber:
,,Vater hatte als Schutzmann 24 Stunden Dienst und dann 24 Stunden frei.
Jedenfalls freuten wir uns, wenn er am Morgen vom Dienst kam. Ich weiß noch, daß auf Vaters Tasse stand: „Lieber Pappa komm doch bald, sonst wird Dir der Kaffee kalt.“
Das sagten wir ihm dann an. LAB_1895_S.426Seine Dienststellen waren 3. Wache (Johannisplatz), 1. Wache (Naschmarkt), 5.Wache (Polizeigebäude, Wächterstraße).
Mutter hat sich mit den Leuten in der Wohnung (auch ein Schutzmann) stets gut verstanden, wie sie überhaupt ein liebenswürdiger Charakter war.“

,,Später haben sich die Frauen noch viele Jahre besucht und ich freute mich immer, wenn Frau Dehne kam. Einmal nahm mich Mutter auch mit zu ihr, ich war ungefähr 8 Jahre alt, aber äußerst scheu. Wie es schien war Geburtstag und Frau D. bot mir einen Windbeutel an, den ich in meinem Leben noch nicht gegessen hatte. Ich hätte ihn herzlich gern gegessen, doch ich scheute mich ihn zu nehmen. Lange habe ich mich dann über mich selbst geärgert.“
Als sich bei der Familie Stein weiterer Nachwuchs ankündigte wurde auch diese Wohnung zu klein und ein weiterer Umzug stand bevor …

M+BS_03 M+BS_03_2015

Die beiden Fotos zeigen das große um 1885 in halboffener Bebauung, ursprünglich mit Vorgärten und Klinkerfassade, errichtete Mietshaus an der (heutigen) Elsbethstraße. Familie Stein wohnte in der II. Etage. Im Hintergrund quer die Häuser an der Breitenfelder Straße.

links (Aufnahme aus dem Jahr 1991): das Haus Nr. 34 an der Ecke Elsbethstraße/ Geschwister-Scholl-Straße (nach rechts verlaufend). Es war zu diesem Zeitpunkt teilweise unbewohnbar, hatte keine Vorgärten mehr, Außenputz und Dach waren ein dringender Sanierungsfall.

rechts (Aufnahme 2015): jetzt sieht das Haus  an der Ecke Elsbethstraße / Natonekstraße wieder blendend aus: es hat wieder eine schöne Fassade, Dach und Vorgärten mit Bäumchen am Fußweg.

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